Die Auswirkung der Co-Location auf die Kommunikation in Unternehmen

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Soziale Netzwerke zwischen Mitarbeitenden im Unternehmen sind ein wesentlicher, wenn auch meist unsichtbarer Wert für Unternehmen. Die Verbindungen und Kommunikation untereinander haben einen erheblichen Einfluss auf die Produktivität, die Innovationsfähigkeit und die Organisationsentwicklung. Das ist besonders während der teilweise stillgelegten Betriebe während der Corona-Pandemie ans Licht gekommen. Diese Betriebsausfälle hatten einen wesentlichen Einfluss auf die soziale Interaktion innerhalb von Unternehmen, die von Forschern begleitet und untersucht wurde. Nun, da viele Unternehmen hybrid arbeiten, wird die Bedeutung sozialer Netzwerke immer wichtiger. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Studien untersuchten die Bedeutung des Wegfalls von sozialer Interaktion während der zahlreichen Corona-Lockdowns. 
  • Dabei stellte sich heraus, dass die soziale Interaktion einen erheblichen Einfluss auf die Innovationsfähigkeit von Organisationen & Unternehmen hat.
  • Dabei muss ein Gleichgewicht zwischen Homeoffice und Büroarbeit geschaffen werden, um innovativ & produktiv zu bleiben
  • Um diese potenziellen negativen Auswirkungen abzumildern, sollten Unternehmen soziale Interaktionen und Verbindungen zwischen Mitarbeitenden in hybriden Arbeitsmodellen fördern.

Ergebnisse der Untersuchungen

Anhand einer Forschungsstudie während des Corona-Lockdowns einer amerikanischen Universität wurde herausgefunden, dass dieser Stillstand und das Fehlen von Zusammenarbeit den Verlust von 4.800 sogenannter “schwache Verbindungen” mit sich trug. “Schwache Bindungen” sind Verbindungen zwischen entfernten Teilen eines gemeinsamen sozialen Systems, die den Fluss neuer Informationen ermöglichen. Sie sind also eine zentrale Triebkraft des Informationsfluss in Organisation und Unternehmen. 

Das Ergebnis: Der Wegfall sozialer Interaktion bzw. dieser schwachen Verbindungen führte zu einem statistisch signifikanten Rückgang von 6,2 % bei der Anzahl der schwachen Bindungen und einem Rückgang von 38,7 % bei der Anzahl neuer Kontakte.

Die Studie ergab auch, dass die Wiedereinführung der teilweisen Kollaboration vor Ort durch einen hybriden Arbeitsmodus zu einer teilweisen Regeneration schwacher Bindungen führte. Dabei wari der Prozentsatz neuer schwacher Bindungen bei geringer Entfernung im Herbst 2021 höher als erwartet im Vergleich zum Herbst 2020. 

Die Gesamtzahl der neuen schwachen Bindungen blieb jedoch auch nach der Einführung des hybriden Arbeitsmodells unter dem vorhergesagten Wert oder entsprach diesem. Diese Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig die Förderung von zufälligen Interaktionen bei der Gestaltung von Richtlinien im hybriden Wechselmodell ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Verlust sozialer Verbindungen, die spontan in gemeinsam genutzten Räumen entstehen, nicht sofort durch eine einfache Rückkehr ins Büro wiederhergestellt werden kann. Vielmehr müssen Unternehmen eine Balance zwischen der Arbeit vor Ort und der Arbeit im Homeoffice kombinieren, um den Übergang zum neuen Arbeitsmodell zu meistern. 

Folgen geringer sozialer Interaktion in Unternehmen

Unternehmen, die in einem hybriden Modus arbeiten, ohne soziale Interaktion einzubeziehen, könnten mit mehreren Folgen konfrontiert werden:

Niedrigere Innovation

Schwache Bindungen sind entscheidend für den Fluss neuer Informationen und Ideen innerhalb von Organisationen. Ein Rückgang dieser Verbindungen kann dazu führen, dass weniger Ideen ausgetauscht werden, was wiederum die Innovations- und Problemlösungsfähigkeit verringert.

Isolierte Abteilungen

Wenn es weniger Kontakt zwischen verschiedenen Teilen einer Organisation gibt, besteht die Gefahr, dass Abteilungen isoliert werden, was zu einer geringeren Zusammenarbeit, Kommunikation und einem geringeren Wissensaustausch zwischen Teams führen kann.

Langsamerer Informationsfluss

Ein Rückgang sozialer Interaktion kann die Verbreitung wichtiger Informationen im gesamten Unternehmen verlangsamen. Dies kann sich auf die Entscheidungsprozesse auswirken und die Fähigkeit des Unternehmens beeinträchtigen, auf veränderte Marktbedingungen oder Branchentrends zu reagieren.

Geringeres Engagement der Mitarbeitenden

Zwischenmenschliche Bindungen tragen oft zu einem Zugehörigkeitsgefühl und zu sozialen Verbindungen am Arbeitsplatz bei. Ein Rückgang dieser Bindungen kann zu einem geringeren Engagement, einer geringeren Arbeitszufriedenheit und einer geringeren Mitarbeiterbindung führen.

Beeinträchtigte berufliche Entwicklung

Schwache Bindungen können Mitarbeitern den Zugang zu neuen Möglichkeiten, Ressourcen und beruflicher Entwicklung ermöglichen. Eine Verringerung der schwachen Bindungen kann die Fähigkeit der Mitarbeitenden zur beruflichen Weiterentwicklung einschränken, was zu einer geringeren Arbeitszufriedenheit und einer höheren Fluktuation führt.

Handlungsempfehlungen

Um diese potenziellen negativen Auswirkungen abzumildern, sollten Unternehmen Strategien in Erwägung ziehen, die zufällige Interaktionen und Verbindungen zwischen Mitarbeitenden in hybriden Arbeitsmodellen fördern. Das können beispielsweise virtuelle Networking-Veranstaltungen, funktionsübergreifende Teamprojekte und regelmäßige Kommunikation zwischen verschiedenen Abteilungen. Durch die Förderung schwacher Bindungen können Unternehmen Innovation, Zusammenarbeit und Mitarbeiterengagement in einer hybriden Arbeitsumgebung unterstützen.

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